Mittwoch, 11. September 2019

Samuel Salzborn | Essay über die Folgen von 9/11



'Die antisemitische Revelution'  | Link1

'Schon vor 9/11 haben militärische und paramilitärische Auseinandersetzungen zunehmend eine asymmetrische Form angenommen. In dieser führen nicht mehr eindeutig und rational voneinander abgrenzbare Kriegsparteien unter der Ägide einer durch das Völkerrecht formalisierten Kriegsorganisation miteinander Krieg. Vielmehr üben zunehmend nichtstaatliche Akteure jenseits völkerrechtlicher Übereinkünfte parapolizeiliche, paramilitärische und terroristische Handlungen aus, die sich nicht gegen ­reguläre Streitkräfte als Kombat­­tant(inn)en, sondern kollektivistisch und identitär gegen Zivilist(inn)en und damit gegen jeden Menschen richten, der nicht als Teil des eigenen Kollektivs unterstellt wird.
Damit kämpfen die beteiligten Parteien nicht um die Geltung einer staatlichen Verfassung – selbst bei Bürgerkriegen lag das Ziel vor allem darin, die jeweils gültige durch eine andere, eine alternative Verfassung zu ersetzen. Sie kämpfen vielmehr um einen erheblich größeren Verfassungsbegriff, nämlich: um die Verfasstheit der Welt, die nach homogen-identitären Kriterien neu organisiert werden soll.
Samuel Salzborn

Die Auswahl der Ziele der Anschläge von 9/11 galt, das wurde sowohl in Erklärungen der Islamisten explizit formuliert wie durch interpretative Deutungen der symbolischen Bedeutung der Twin Towers auch implizit herausgearbeitet, der westlichen Welt als solcher. Es war nicht nur ein Anschlag auf die USA, sondern ein Anschlag auf die durch sie verkörperten Werte von Freiheit und Gleichheit, letztlich ein Anschlag auf die Aufklärung und die Moderne.
Und es war ein antisemitischer Anschlag, weil im islamistischen Weltbild alles, was abgelehnt wird, letztlich jüdisch identifiziert wird und die Anschläge von 9/11 den Auftakt für eine antisemitische Revolution bilden sollten. Eine Revolution, an deren Ende dem Willen der Islamisten folgend eine islamistisch unterworfene Welt stehen soll, in der sämtliche ­Errungenschaften von Aufklärung, Moderne und Demokratie zerstört und sämtlicher emanzipativer Fortschritt zum Stillstand gebracht werden soll.
Das Weltbild des Islamismus
aus dem am 17. September bei Beltz Juventa erscheinenden Buch „Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne. Mit einem Vorwort von Josef Schuster“. 258 Seiten, 24,95 Euro
Gut ein Jahr nach den islamistischen Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte die russische Tageszeitung Известия (Iswestija) sehr weitsichtig davor gewarnt, dass es sich bei dem internationalen Terrorismus um den ersten „echten Weltkrieg“ handele, obgleich er als solcher nicht angekündigt sei. Er finde überall auf der Welt statt: auf Bali, in Moskau, in New York und Washington.
Die Zeitung betonte, dass es keine Zweifel geben könne und vor allem auch nicht mehr geben dürfe, dass die menschliche Zivilisation mit dieser terroristischen Bedrohung einen gemeinsamen Feind habe: „Die hehren Worte vom Leben des freien Menschen als wichtigster Kostbarkeit der Zivilisation haben aufgehört, nur Pathos zu sein.“
Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.
Dieser „echte Weltkrieg“ war und ist gekennzeichnet durch seine Entgrenzung: territorial, aber auch weltanschaulich. Er ist nicht mehr gebunden an Staaten, er findet als terroristischer Anschlag statt, aber auch als Cyberkrieg, er spaltet Gesellschaften in Teile, die sich emanzipatorischen und aufklärerischen Werten verbunden fühlen, und solche, die Homogenität und Identität als Zwangssysteme etablieren wollen.
Letzteres verfolgen dabei nicht nur die Islamisten, denn gerade in Europa und Amerika haben sich rechtsextreme Bewegungen etabliert, die das Weltbild des Islamismus spiegelbildlich reproduzieren und mit ihm den Willen zur antisemitischen Revolution teilen. Genau deshalb hassen die rechtsextremen Bewegungen gerade alle nichtradikalen Muslime, die sich mit dem deistischen Postulat der Aufklärung arrangiert haben und in der Privatisierung ihres Glaubens keinen Nachteil sehen.
Gegen das Individuum
Dieser antisemitische Weltkrieg ist weltanschaulich entgrenzt, weil der Hass auf die Aufklärung und die mit diesem verbundene antisemitische Regression quer zu allen politischen Kategorialisierungen anzutreffen ist. Der antisemitische Krieg verbindet Identitäre auf aller Welt miteinander. Die Revolution der Antisemit(inn)en bricht sich dabei schrittweise Bahn – mal an der Macht, mal als Bewegungen aktiv, deren Ziel die Fixierung von kollektiven Identitätskonzepten ist, die mal völkisch bestimmt werden, mal islamistisch, in jedem Fall essenzialistisch, antiaufklärerisch und gegen das Individuum als Subjekt gerichtet.
Die liberale und aufgeklärte Welt befindet sich in der Defensive, auch mit Blick auf ihre stark ramponierte Selbstlegitimation, deren Reformulierung die Grundlage für eine neue Renaissance emanzipativer Bewegungen sein müsste. Denn entgegen mancher postkolonialer Utopien kann eine solche Emanzipation nicht ohne und schon gar nicht gegen den Westen geschehen. Die neuen identitären Bewegungen bilden sich nämlich nicht nur in der politischen Rechten, sondern auch in der Linken.
Sich postkolonial gerierende Gruppen hetzen oft massiv gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten (Israel)
Gerade einige der sich postkolonial gerierenden Gruppierungen hetzen in Europa massiv gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten (Israel) und machen dabei sogar gemeinsame Sache mit Islamisten und Neonazis, wenn es nur gegen den gemeinsamen Feind geht – wie bei den antisemitischen Großdemonstrationen im Sommer 2014.
Und die den völkischen Konzepten der extremen Rechten konzeptionell nahezu identische kollektiv-repressive Identitätspolitik, wie sie im Gefolge der Critical-Whiteness-Ansätze daherkommt, will nun gar nicht mehr demokratisch und pluralistisch über Ziele und Inhalte streiten, sondern reduziert alles und jeden auf eine vermeintliche Identität und hierarchische, antiemanzipative Vorstellungen von irreversiblen „Sprechorten“ innerhalb von Gesellschaften. Statt einer Kontroverse über Positionen verkommt öffentliche Auseinandersetzung zunehmend zu einem Kampf um Identitäten, was Emanzipation durch Repression ersetzt.
Das Leben des freien Menschen
9/11 war für diesen Entgrenzungsprozess zwar nicht der Auftakt, aber der historische Kristallisationspunkt. 9/11 war das seismografische Zentrum, von dem aus die bestehende Weltordnung tatsächlich infrage gestellt wurde und die alleinige Hegemonie der amerikanischen Supermacht objektiv gebrochen wurde – nicht an diesem einen Tag, aber er wurde zum sichtbaren Zeichen für die Verwundbarkeit der westlichen Welt und zur Mobilisierungsfolie für die Kräfte der Gegenaufklärung weltweit.
Das Banner, unter dem sich diese sammeln, ist das Banner des Antisemitismus. 9/11 war der Auftakt einer antisemitischen Revolution, die sich gegenwärtig weltweit im Gange befindet und die, wie jede Revolution, auch zerschlagen werden kann. Um dies in Angriff zu nehmen, muss man aber ihren Kern als antisemitische Revolution begreifen und erkennen, dass mit ihr in der Tat alles auf dem Spiel steht, was die Iswestija „wichtigste Kostbarkeit der Zivilisation“ genannt hat: das Leben des freien Menschen.'  

Autor:  Samuel Salzborn

Donnerstag, 1. August 2019

Gesamtdeutschland

- alle Deutschen von rechts bis links,  stellen sich nun gegen die USA. Der Antiamerikanismus ist nicht mehr aufzuhalten, der Menschenfeind Todenhöfer treibt die deutsche Außenpolitik vor sich her und er ist nicht allein Todenhöferfan Sasse ist mit dabei. Man schweigt zu allen - unzählige Menschen werden wegen in ihrer Homosexualität jedes Jahr in Iran nach dem Grausamen Gesetzen der islamischen Scharia (hadd-Strafen) ermordet. Und in Syrien wurden durch die Iran-Putin-Assad-Koalition schon 500000 getötet. Die deutschen Weltsouveränisten sagen es in Namen der Bundesregierung immer deutlichlicher heraus. Deutschland steht wie ein Mann hinter  der iranische Despotie. Die Glückwünsche des deutschen Bundespräsidenten zum Nationalfeiertag der islamischen Staates Irans waren erst der Anfang.  Die Friedensdeutschen Grausamkeiten sind wieder auf den Vormarsch | und Todenhöfer setzt mit seinen Zeichen, denn deutschen Wüsten-Sturm 'Zeichen'. Im Gaza-Streifen war der Idiot vom Dienst (Außenminister des besonderen Wahns) als deutscher Wüsten-Rommel unterwegs



Paul Spiegel
„Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.“

"Wird sich Deutschland an Schutzmission am Golf beteiligen?"  | Anm. Nein |



Satellitenaufnahme des Persischen/Arabischen Golfs (CC BY-NC 2.0/Wikimedia Commons)
„Die USA haben Deutschland gebeten, sich an der Sicherung des Handelsverkehrs durch die Straße von Hormus zu beteiligen. Auch die neu formierte britische Regierung setzt nicht mehr auf eine rein europäische Militärmission. In der Berliner Regierungskoalition gibt es hingegen starke Vorbehalte – vor allem bei der SPD.
‚Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und iranische Aggression zu bekämpfen‘, teilte eine Sprecherin der US-Botschaft in Berlin mit. ‚Mitglieder der Bundesregierung haben klar gesagt, dass die Freiheit der Seefahrt geschützt werden sollte. Unsere Frage ist, von wem?‘ (…)
Die neu formierte britische Regierung unter Boris Johnson setzt nicht mehr nur auf eine rein europäische Militärmission zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus. Ein ‚europäisch geführter Ansatz unterstützt von den USA‘ sei der beste Weg, erklärte das Außenministerium in London.
In der Berliner Regierungskoalition gibt es starke Vorbehalte – vor allem bei den Sozialdemokraten. SPD-Außenpolitiker Nils Schmid hat den Kurswechsel der Briten bedauert, die USA bei einer europäischen Militärmission in der Straße von Hormus mit einbinden zu wollen.
Er empfiehlt, die förmliche Anfrage der USA nach einer deutschen Beteiligung an einem Militäreinsatz in der Straße von Hormus abzulehnen. (…) Die Europäer sollten ausdrücklich Abstand nehmen von der US-Politik ‚des maximalen Drucks auf den Iran, um eine Eskalation zu vermeiden und das Atomabkommen zu retten‘, so Schmid.“ („USA bitten Deutschland förmlich um Beteiligung an Hormus-Mission“) https://www.mena-watch.com/wird-sich-deutschland-an-schutzmission-am-golf-beteiligen/

Krieg in Syrien

Am Sonntag gab es erneut einen Luftangriff auf Idlib, der vor allem Zivilisten traf
Foto: ap
Putin, der islamistische Staat Iran und Assad können sich alles erlauben, die linke Friedensbewegung schweigt oder sie unterstützt gar klammheimlich diesen Krieg. Denn wer schweigt stimmt zu.  Warum verteidigen Linke und Rechte in Deutschland die Assad-Tyrannei in Syrien? Antworten von Günther Orth https://de.qantara.de/inhalt/allianz-rechter-und-linker-assad-apologeten-unbehagen-im-westen

Über hundert Tote in Rebellengebiet

Assad verstärkt die Angriffe auf Idlib. Derweil halten Russland, Iran und die Türkei einen Syrien-Gipfel ab. Kommt Putin Erdoğan entgegen?


ISTANBUL taz | Unmittelbar vor Beginn eines Gipfels von Russland, Iran und der Türkei zu Syrien, haben die Truppen des Assad-Regimes mit russischer Unterstützung die Angriffe auf die letzte Rebellenbastion im nordsyrischen Idlib verstärkt. „In den letzten Tagen haben wir die schlimmsten Bombenangriffe mit den meisten Toten seit drei Monaten erlebt“, sagte Fadul Abdul Ghany vom syrischen Netzwerk für Menschenrechte gegenüber türkischen Reportern in Idlib.
Die Luftangriffe seien stärker auf dicht bewohnte Gebiete konzentriert, auch Kliniken, Schulen und Bäckereien würden ins Visier genommen. Seit dem letzten Wochenende seien 123 Menschen gestorben. Schon am Wochenende hatte die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet beklagt, dass Krankenhäuser und Schulen systematisch angegriffen würden, um den Menschen die Lebensgrundlagen zu entziehen. Sie beklagte, dass die internationale Gemeinschaft nicht reagiere. 

Am Dienstag dieser Woche sprach der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock vor dem UN-Sicherheitsrat in New York und warf dem höchsten UN-Gremium vor, der größten humanitären Katastrophe des 21. Jahrhunderts tatenlos zuzusehen. Der Sicherheitsrat ist angesichts des Syrienkrieges zu keiner gemeinsamen Resolution in der Lage, weil Russland und China jedes internationale Eingreifen blockieren. Allein begrenzte humanitäre Hilfe ist noch möglich. Zu Wochenbeginn konnten 20 Lkws mit Hilfsgütern von der Türkei nach Idlib fahren.

 https://taz.de/Krieg-in-Syrien/!5614011/

Mittwoch, 17. Juli 2019

Franz Kafka

Franz Kafka (tschechisch gelegentlich František Kafka, jüdischer Name: אנשיל, Anschel;[1] * 3. Juli 1883 in Prag, Österreich-Ungarn; † 3. Juni 1924 in Kierling, Österreich) war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanfragmenten (Der Process, Das Schloss und Der Verschollene) zahlreiche Erzählungen.
Kafkas Werke wurden zum größeren Teil erst nach seinem Tod und gegen seine letztwillige Verfügung von Max Brod veröffentlicht, einem engen Freund und Vertrauten, den Kafka als Nachlassverwalter bestimmt hatte. Kafkas Werke werden zum Kanon der Weltliteratur gezählt. Für die Beschreibung seiner ungewöhnlichen Art der Schilderung hat sich ein eigenes Wort entwickelt: „kafkaesk“.
https://en.wikipedia.org/wiki/Franz_Kafka
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Donnerstag, 27. Juni 2019

Gedenkveranstaltung Walter Lübcke


Resümee: Bei der Gedenkveranstaltung zu Walter Lübcke kamen dann noch etwa 10 Personen - darunter einige Provegs | und paar Grüne https://www.facebook.com/ProVegWeiden/ | Viele waren es also nicht, der Rio Raum und besonders die Linke Weiden u. a. nahm unsere Veranstaltung kaum bzw. überhaupt nicht zur Kenntnis. | Im Rio Raum war eine Werbung für unsere Trauerveranstaltung immerhin möglich | Wir machten  auf unserer Hauptseite vorher eine Ankündigung  für die Veranstaltung. Die Veranstaltung war auch nicht angemeldet. - sie hat quasi einen (eher) Privaten - Charakter. Unsere Veranstaltung zeigt - es; viele sind wir nicht und so war es auch mit Lübcke. Die Entsolidarisierung greift um sich, es ist hart, man ist den Gewalten alleine ausgeliefert. (Man könnte meinen, der gute Mensch  stirbt wirklich für sich alleine) Walter Lübcke stand am Ende in seinen privaten Räumen wirklich ganz alleine da. ...

Samstag, 22. Juni 2019

Kritik an Carolin Matthie's Meinung und Rede-Stil