Was Theodor W. Adorno in “Minima Moralia” zu Flaschenpost geschrieben hat, bezeichnete er selber als "für unbekannte Finder in einer unbestimmten Zukunft”. Er befürchtete einen “Verfall, auch im Sinne intellektueller Abklärung” bei dem von der Kulturindustrie Gehätschelten ebenso wie bei den kritiklos Konsumierenden, für die es “kein richtiges Leben im falschen geben kann”.
"Das
war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen erwachsenen Mann -
einen Löwen von einem Mann!, den Kommerzienrat Steinfeld! - weinen
gesehen hab. Und das vergesse ich nie." So berichtet George Sturm von
der letzten Erinnerung an seinen Grossvater. Sie stammt aus dem Jahr
1939, als Sturm als kleiner Junge samt seinen Eltern die Heimatstadt
Augsburg gen USA verliess. Die jüdische Familie entkam gerade noch
rechtzeitig dem Morden der Nazis.
von Christopher Beschnitt
Schilderungen
wie die von George Sturm wird es bald nicht mehr aus erster Hand geben.
Die Menschen, die das Grauen der NS-Herrschaft noch leibhaftig erlebt
haben, sind bald nicht mehr da. Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben
zeigt deshalb nun eine Sonderausstellung mit dem Titel "Ende der
Zeitzeugenschaft?". Die weniger auf Exponate als auf Multimedialität
setzende Schau - eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems und
der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg - läuft bis zum 5. Juni in der
ehemaligen Synagoge in Augsburg-Kriegshaber. Dort lässt sich auch George
Sturms Beitrag verfolgen. Von ihm und einigen weiteren
Holocaust-Überlebenden gibt es Videos zu sehen.
Klar:
Solche Aufnahmen gehören zu den wichtigsten dauerhaften Möglichkeiten
des Erinnerns an die Schoah. Sie werden bleiben über den Tod der
Zeitzeugen hinaus. Doch was mag diese Videos in Zukunft ergänzen? Bevor
die Präsentation darauf eingeht, befasst sie sich mit den Anfängen des
Gedenkens - und mit dessen Missbrauch.
Denn
die Erzählungen jüdischer NS-Opfer wurden von Anfang an auch politisch
instrumentalisiert, wie im Museum zu lesen ist. "In den USA kreist die
Erinnerung an den Holocaust vor allem um die Rolle der Amerikaner als
Befreier Europas und um den moralischen Sieg des Individuums", heisst es
zum Umgang mit dem Thema in der Nachkriegszeit. "Das Staatsnarrativ in
den sozialistischen Ländern konzentriert sich hingegen auf Erzählungen
vom kollektiven Kampf, Widerstand und Sieg über den Faschismus." Zudem
hätten sich Menschen immer wieder fälschlich als Zeitzeugen ausgegeben.
Die Gründe: etwa fehlerhafte Erinnerungen, psychische Probleme,
Geltungssucht.
Die
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor einer "aggressiven
Islamisierungspolitik" des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
Sollte der geschwächte Präsident den sunnitischen Islam zur
Staatsreligion machen, seien Andersgläubige wie etwa die 15 Millionen
Aleviten sowie die christliche, jesidische und jüdische Minderheit
bedroht, mahnte die GfbV am Mittwoch in Göttingen.
"Vor
dem Hintergrund seiner sinkenden Popularität könnte Präsident Erdogan
zu noch härteren Mitteln greifen, um die nächsten Wahlen zu gewinnen",
warnte GfbV-Nahostexperte Kamal Sido. Neue Angriffskriege gegen die
kurdische Bevölkerung in Syrien oder im Irak seien nicht
auszuschliessen. Aus Erdogans Umfeld gebe es gar Bestrebungen, ihn zum
Kalifen aller Muslime weltweit zu ernennen.
Um
die politische Opposition zu spalten und das wachsende Vertrauen der
Bevölkerung in sie zu brechen, könnte Erdogan mittels einer Provokation
einen Ausnahmezustand herbeiführen, hiess es. "Eine mögliche Provokation
wäre, den Islam offiziell zur Staatsreligion zu erklären", sagte Sido.
Schon jetzt gebe es kaum Freiräume für die 20 Millionen Menschen starke
kurdische Bevölkerung. Auch für Angehörige des Alevitentums bestünden
dann wenig Aussichten auf Verbesserungen ihrer Lage. Der nicht offiziell
anerkannten Religion folgen demnach türkische, kurdische und arabische
Gläubige.
Die
Einführung des Islam als Staatsreligion in der Türkei wäre auch für die
Frauen im Land sowie für die wenigen verbleibenden christlichen,
jesidischen und jüdischen Gläubigen verheerend, da sie schon jetzt
diskriminiert und benachteiligt würden, so die GfbV. Angehörige dieser
religiösen Minderheiten könnten nur noch in Grossstädten wie Istanbul
leben, weil sie dort weniger auffielen
"Erdogan
instrumentalisiert die Religion des Islam immer wieder, um konservative
Muslime im In- und Ausland für seine machtpolitischen Interessen zu
mobilisieren", erklärte Sido. Im Juli 2020 liess er die für die
Christenheit heilige Hagia Sophia in eine Moschee umwandeln. Das als
Sophienkirche bekannte Bauwerk des damaligen Konstantinopels wurde im
Osmanischen Reich ab 1453 für 482 Jahre als Moschee genutzt. Von 1935
bis 2020 war das ikonische Gebäude ein Museum.
Am
Samstag während der Kundgebung in Weiden gegen Corona-Leugner,
Anti-Coronaspaziergänger und gegen Rechts haben Rechtsradikale, Neonazis
und Rechte erneut versucht die Demokratie zu unterwandern. Die
beunruhigten Bürger der Stadt Weiden versuchen, durch den bisher sehr
erfolgreichen Bürgerantrag an die Stadt, eine Allgemeinverfügung zu
erlassen. Die Unterschriftensammlungen, mit mittlerweile über 450
Unterschriften, verlief bisher weitgehend störungsfrei. Die Petition
erhält sehr großen Zuspruch von Bürgern, die froh sind, dass endlich
etwas gegen die Radikalisierung gemacht wird. Leider haben während der
friedlichen Kundgebung am Samstag Rechte und extrem Rechtsradikale sowie
vom Verfassungsschutz beobachtete Neonazis versucht die Petition zu
stören und der Verdacht der Manipulation steht im Raum. https://www.oberpfalzecho.de/beitrag/kundgebung-gegen-querdenker-liefert-die-notwendigen-unterschriften-mit-video
USA: STURM auf das KAPITOL | HD Reportage | Welt Nachrichtensender
Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. am 6. Januar 2021 war ein gewaltsamer Angriff von Anhängern des damals noch amtierenden, aber bereits abgewählten US-PräsidentenDonald Trump auf den Kongress der Vereinigten Staaten. Ihr Ziel war es, den Senat und das Repräsentantenhaus an der förmlichen Bestätigung des Sieges von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 zu hindern und damit dem Republikaner Trump verfassungswidrig zur Fortsetzung seiner Präsidentschaft zu verhelfen. Etwa 800 Aufrührern[1] gelang es, ins Kapitol
einzudringen und die gemeinsame Sitzung beider Parlamentskammern für
mehrere Stunden zu unterbrechen. Infolge der Ereignisse kamen fünf
Menschen ums Leben, zahlreiche wurden verletzt. Das Geschehen wird von
Strafverfolgungsbehörden wie dem FBI als inländischer Terrorismus und von vielen politischen Beobachtern als Putschversuch gewertet.
Schwarzer Tag für die US-Demokratie: Ein Jahr nach dem Kapitol-Sturm tobt der Kampf um die Deutung
Fabian Erik Schlüter, Paul Handley-Gestern um 14:10
Die Abgeordneten verjagt, die Polizisten überfordert. Ein Jahr nach dem Angriff auf das Parlament diskutieren die USA die Frage: Welche Schuld trägt Trump?
Die angeblich "manipulierten" Wahlen sind die Präsidentschaftswahlen vom 3. November 2020. Der republikanische Amtsinhaber hatte schon Monate vorher erklärt, er könne nur durch massiven Wahlbetrug verlieren. Als er dann tatsächlich Biden unterlag, begann er einen beispiellosen Feldzug gegen seine Wahlniederlage, dessen trauriger und dramatischer Höhepunkt die Kapitol-Erstürmung mit fünf Toten werden sollte.
Trump und seine Gefolgsleute fochten den Ausgang der Wahl mit dutzenden Klagen an, übten Druck auf Wahlverantwortliche in Schlüsselstaaten aus und versuchten sogar Vize-Präsident Mike Pence dazu zu bringen, eine Zertifizierung von Bidens Wahlsieg durch den Kongress zu verhindern. Für den 6. Januar, den Tag der Zertifizierung, beorderte Trump seine Anhänger nach Washington und versprach ihnen, es werde "wild" zugehen.
Und das wurde es. In einer aufpeitschenden Rede prangerte der rechtspopulistische Volkstribun erneut angeblichen Wahlbetrug an und rief seine Zuhörer auf, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus" zu kämpfen. In der Folge überrannte ein Mob die Sicherheitskräfte des Parlaments und drang bis in den Plenarsaal des Senats vor. Polizei und Nationalgarde brauchten mehr als sechs Stunden, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.
In den folgenden Monaten nahm die Polizei hunderte Angreifer fest, eine Reihe von ihnen wurde bereits verurteilt. Das Repräsentantenhaus leitete eine Woche nach der Gewalt ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ein, das im Senat aber scheiterte, weil eine Mehrheit der republikanischen Senatoren Trump die Treue hielt.
Seit dem Sommer untersucht ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Hintergründe. Eine zentrale Frage dabei ist: Wie eng verwoben waren Trumps Versuche, sich an der Macht zu halten, und der brutale Angriff auf das Kapitol?
Konservativ regierte Bundesstaaten haben unter Verweis auf angeblichen Wahlbetrug eine Reihe von Reformen beschlossen, die Kritikern zufolge darauf abzielen, tendenziell die Demokraten wählenden Minderheiten wie Afroamerikanern den Gang zur Wahlurne zu erschweren - und den Republikanern einen größeren politischen Einfluss auf die Wahlen zu sichern.
"Der 6. Januar war der Vorbote einer klaren und präsenten Gefahr", sagt der Politikwissenschaftler William Galston von der Denkfabrik Brookings Institution. Vor einem Jahr sei der Versuch gescheitert, die Ergebnisse einer demokratischen Wahl zu kippen. "Wird das in drei Jahren (bei der nächsten Präsidentschaftswahl) auch so verlaufen? Das ist nicht so klar." Diejenigen, die gegen den Ausgang der Wahl 2020 angekämpft hätten, hätten schließlich "viel gelernt".(AFP)
Spiel über die Bande in dem er mit Joe Barrasso einen republikanischer Senator aus Wyoming das gleiche Spiel spielt zum Wort und Begriff „Hängt Mike Pence!” .. genüsslich auch sein Versäumnis ungesagt mitdenkt.
'Womit wir mitten im Kulturkampf stecken, der in den USA derzeit tobt.
Es wurde also ein „Ruf laut“ und Barrasso „versäumte vier
Gelegenheiten“, sich davon
„Hängt Mike Pence!”
zu distanzieren. Das war natürlich über Bande
gespielt, Herr Stein, Sie schlauer Fuchs! Denn „versäumt“ hatte der
Senator, sich von Trump zu distanzieren, der wiederum keinen Kniefall
vor dem Untersuchungskomitee machen will, welches die Vorfälle des 6.
Januar zum Thema hat'
- so zeigt er selbst seine Veranlangung zum Spiel und Todestrieb bewußt in Unbewußten - wie aus einen eher normalen sicher pessemistischen Text von Hannes Stein (Welt) und Gegentext Roger Letsch (#Achgut) - der Tod zurückbleibt und eben nicht skandalisiert wird.
Unser Gastautor stammt aus Israel. In den vergangenen Monaten wohnte er
in Deutschland – und beobachtete, wie hierzulande die Pandemie bekämpft
wird. Er sieht vor allem eine entscheidende Schwäche.
Es
war eine höchst peinliche Situation. „Wir nehmen keine Kreditkarten“,
erklärte mir die Kellnerin in einer Bar in Neukölln, nachdem ich mein
Smartphone aus der Tasche gezogen hatte, um mit der Apple-Pay-App zu
bezahlen. Ich saß in einer Falle, auf die ich überhaupt nicht
vorbereitet war. „Hier in Berlin solltest du lieber Bargeld dabei
haben“, erklärte mir der Freund, mit dem ich in der Bar etwas getrunken
hatte. Er lud mich auf das Bier ein, er hatte auch keine andere Wahl.
Am
2. August erinnern wir an die letzten 4.300 Sinti und Roma, die im
Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vor 77 Jahren –
trotz ihres erbitterten Widerstands – von der SS ermordet wurden. Erst
vor sechs Jahren wurde der 2. August vom Europäischen Parlament als
Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma anerkannt.
Auch
in diesem Jahr ist eine virtuelle Gedenkveranstaltung für die 500.000
ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzten Europa Mittelpunkt des
Gedenkveranstaltung am 2. August 2021. Die zweisprachige (DE/EN)
Veranstaltung wird über Facebook gestreamt. Auf derWebsite https://www.roma-sinti-holocaust-memorial-day.eu/
ist zusätzlich ein breites Informationsangebot (DE/EN/PL/Romanes) zum
Thema verfügbar. Durch das virtuelle Gedenken wird darüber hinaus eine
hohe Sichtbarkeit der lokalen Gedenkveranstaltungen in ganz Europa
ermöglicht.
"Karl Marx selbst hat sich zwar in seinen Frühschriften mit einzelnen rechtlichen Fragen auseinandergesetzt, aber eine eigenständige Rechtstheorie hat er bekanntlich nicht hinterlassen. In den 1920er-Jahren und im Anschluss an 1968 haben allerdings in seiner Tradition argumentierende Theoretiker Überlegungen für eine solche Theorie entwickelt. In ihrem Buch „Subjektivierung und Kohäsion. Zur Rekonstruktion einer materialistischen Theorie des Rechts“ hat Prof. Dr. Sonja Buckel diese zusammengetragen und einen Vorschlag für eine materialistische Theorie unterbreitet. Die Ergebnisse wird sie in ihrem Vortrag vorstellen.
Die Referentin ist Professorin für Politische Theorie an der Universität Kassel, Herausgeberin der Zeitschrift „Kritische Justiz“ und Vorsitzende der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung." ... https://www.youtube.com/watch?v=oA7wgmNmBWg