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| https://www.instagram.com/p/CtHbHVrsHEp/ |
Was Theodor W. Adorno in “Minima Moralia” zu Flaschenpost geschrieben hat, bezeichnete er selber als "für unbekannte Finder in einer unbestimmten Zukunft”. Er befürchtete einen “Verfall, auch im Sinne intellektueller Abklärung” bei dem von der Kulturindustrie Gehätschelten ebenso wie bei den kritiklos Konsumierenden, für die es “kein richtiges Leben im falschen geben kann”.
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| Idealbild Karls des Großen mit erst l ange nach seinem Tod hergestellten Teilen der Reichskleinodien, gemalt 1513 von Albrecht Dürer im Auftrag seiner Vaterstadt Nürnberg. Die Schrift im Bild lautet: „Karolus magnus / imp(er)avit Annis·14·“. Die umlaufende Schrift lautet: „Dis ist der gstalt vnd biltnus gleich / kaiser karlus der das Remisch reich / Den teitschen under tenig macht / Sein kron vnd klaidung hoch geacht / Zaigt man zu Nurenberg alle Jar / Mit andern haltum offenbar“. |
Adel reloaded
Der Historiker Stephan Malinowski im Gespräch mit Anja Reinhardt
Harry & Meghan bewegen die Gemüter in allen Medien, die österreichische Kaiserin Sisi und das englische Königshaus gingen in jüngster Vergangenheit mehrfach in Serie. In Deutschland entpuppte sich ein Mann namens Heinrich XIII. Prinz Reuß 2022 als zentrale Figur einer Verschwörung gegen die bundesrepublikanische Demokratie. Der Adel, den es in Deutschland seit Ende des Ersten Weltkriegs und mit der Gründung der Weimarer Republik gar nicht mehr gibt, ist auch hierzulande nach wie vor Projektionsfläche. In Berlin steht mit dem Stadtschloss zumindest architektonisch Preußen wieder auf. Dass der Nachfahre des letzten preußischen Königs und deutschen Kaisers von der Bundesrepublik für Enteignungen in der Sowjetischen Besatzungszone bis vor kurzem entschädigt werden wollte, lässt die Geschichte sehr aktuell erscheinen. Nicht nur für Klatschblätter und TV-Formate. Rechtsextremisten wie Götz Kubitschek, Inhaber des Antaios Verlags, wohnt auf dem von ihm so benannten Rittergut Schnellroda. Ein Gespräch zum symbolischen Kapital eines Standes, den es nicht mehr gibt.
Der Historiker Stephan Malinowski, geboren 1966, studierte an drei Berliner Universitäten und wurde 2003 bekannt durch seine Dissertation zum sozialen Niedergang und politischer Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat. Malinowski lehrt seit 2012 an der University of Edinburgh. An der Debatte um das Verhältnis der Hohenzollern zum Nationalsozialismus ist Malinowski immer wieder beteiligt, unter anderem als Gutachter. 2022 erhielt er für „Die Hohenzollern und die Nazis. Geschichte einer Kollaboration“ den Deutschen Sachbuchpreis.
Am 6. Mai wollen russische und deutsche Faschist_innen in Köln die Erinnerung an den Holocaust für russische Kriegspropaganda instrumentalisieren und das NS-Dokumentationszentrum "EL-DE-Haus" aufsuchen. https://www.instagram.com/p/Cr34JG_Msso/
RABA informiert über die Ideologie und das Netzwerk hinter Elena Kolbasnikova und Maxim Schlund: https://raba.noblogs.org/post/2023/05/05/aufbruch-frieden-geschichtsrevisionismus-antisemitismus-im-dienste-russischer-staatsrason-aus-koln/
Das EL-DE-Haus wehrt sich gegen den Vereinnahmungsversuch und lädt zu Gegenprotest am 6. Mai ab 14 Uhr ein. #k0605 #Raschismus
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Wie #Putin zum #Faschisten wurde
Mehr News zum Krieg in der Ukraine finden Sie hierDas Leben von Iwan Iljin hätte auch einen ganz anderen Weg einschlagen können. Als Enkel des Kommandanten der Palastwache und Patensohn von Zar Alexander III. stand ihm eine große Zukunft offen. Er studierte Jura in Moskau, wo er nicht weit vom Kreml entfernt aufgewachsen war und in elitären Kreisen verkehrte. "Begründer eines christlichen Faschismus": Das ist Wladimir Putins Lieblingsphilosoph Iwan Iljin | WEB.DE
Doch die Oktoberrevolution 1917 änderte alles in Russland, auch Iljins Lebensweg. Der Sohn einer Deutschen war zwar begeisterter Hegel-Fan, aber nicht davon, was die Bolschewiki unter Lenin daraus machten. So musste er 1918 ins Exil und wurde zeitlebens kein gern gesehener Gast in der Sowjetunion mehr. Auch seine rund 50 Werke, die er auf Deutsch und Russisch verfasste, wurden in der Sowjetunion verboten und gerieten in Vergessenheit. Bis vor Kurzem.
Denn seit einigen Jahren hat der russische Philosoph einen prominenten Fan: den russischen Präsidenten
Er schaffte damit die ideologische Grundlage für den Angriffskrieg, den Putin derzeit in der Ukraine durchführt. Und auch schon vorher wurde er gerne vom russischen Präsidenten beworben: Als die russische Armee 2014 die Krim besetzte, ließ Putin den höheren Beamten und Regionalgouverneuren Iljins Buch "Unsere Aufgaben" geben, um sie ideologisch einzustimmen.
Selbst in Ansprachen an die Nation erwähnte Putin den Philosophen und sorgte damit für eine große Aufmerksamkeit. Als der russische Präsident am 24. Februar im Fernsehen die sogenannte "Spezialoperation" gegen die Ukraine ankündigte, berief er sich auf Iljin. Inzwischen gehören seine Werke sogar zum Kanon russischer Abitur-Prüfungen.
Iljin gilt als Begründer des "christlichen Faschismus". Nach seiner Verbannung aus der Sowjetunion fand der Philosoph zunächst in der Heimat seiner Mutter eine neue Bleibe. In Berlin arbeitete Iljin am "Russischen Wissenschaftsinstitut" und zeigte sich als Freund der Nationalsozialisten.
In Adolf Hitler sah er eine Antwort auf die Barbarei der Bolschewiki. Entsprechend forderte er auch für Russland einen starken Führer: "Wir werden unsere Freiheit und unsere Gesetze von unserem russischen Patrioten erhalten, der Russland die Erlösung bringt", so Iljins Ansicht dem US-amerikanischen Historiker Tmothy Snyder zufolge.
Mit diesen Vorstellungen kann auch Putin sich identifizieren. Iljin hingegen musste sich bald mit den Schattenseiten des Faschismus auseinandersetzen: 1937 entzogen die Nazis ihm seine Beamtenstelle und 1938 emigrierte er schließlich in die Schweiz, wo er bis zu seinem Tod in Zollikon nahe Zürich lebte und auch begraben wurde.
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2005 ließ der russische Oligarch Viktor Wekselberg Iljins Überreste nach Russland überführen und dort im Beisein von Wladimir Putin beerdigen. Mit dem Körper wurde nun auch die Ideologie des "christlichen Faschismus" reimportiert und erfuhr in den Folgejahren einen regelrechten Hype.
Putin, der den Zerfall der Sowjetunion als "größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts" bezeichnete, sah in einem der größten Gegner der Bolschewiki einen Verbündeten im Geiste. "Es wird die historische Stunde kommen, da (das russische Volk) aus einem scheinbaren Sarg auferstehen und seine Rechte zurückfordern wird", von Iljin 1950 wenige Jahre vor seinem Tod verfasst, kann als Leitmotiv dessen verstanden werden, was Putin seit seiner Wahl zum Präsidenten als seine Aufgabe versteht: Die Wiedergeburt des russischen Zarenreiches und die Rückeroberung verlorener Territorien gegen den Widerstand des Westens.
Dass Putin sich mit dem Verweis auf einen Philosophen, der offen faschistisches Gedankengut propagierte und sich auch als einen solchen verstand, selbst entlarvt, ist vielleicht die eigentliche Pointe der Geschichte.
Verwendete Quellen:
AfD-Politiker und der rechtsextreme Publizist Jürgen Elsässer haben den Verband „Ostwind“ gegründet. Ziel ist die Annäherung an Russland. Rechtsextreme und der Ukraine-Krieg: Verein für rechte Putinfreunde - taz.de
11. September 2001 (9/11): Die vom islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida verübten Anschläge in den USA kosteten fast 3.000 Mens...